
9. September 2025
Kennst du das Gefühl, in deiner Beziehung etwas zu verpassen oder dich zu sehr festzulegen? Vielleicht fragst du dich, ob es „da draußen“ noch etwas Besseres gibt – oder ob dich Nähe und Verbindlichkeit einengen könnten.
Diese Dynamiken haben Namen: FOMO (Fear of Missing Out) und FOBI (Fear of Being Included oder Fear of Better Options).
Beide sind keine Defekte, sondern Ausdruck menschlicher Bedürfnisse. In diesem Artikel erfährst du, warum FOMO in Beziehungen normal ist, wie es sich zeigt und wie ihr gemeinsam konstruktiv damit umgehen könnt.
FOMO in Beziehungen entsteht, wenn du ständig das Gefühl hast, etwas zu verpassen. Typische Anzeichen sind:
Beispiel: Deine Partnerin möchte ein gemütliches Wochenende zu Hause verbringen, während du das Gefühl hast, unbedingt bei jeder Einladung dabei sein zu müssen. Das erzeugt Spannung – nicht, weil die Beziehung schlecht ist, sondern weil deine Bedürfnisse nach Abwechslung stärker sind.
FOBI in Beziehungen beschreibt die Angst, zu sehr eingebunden oder festgelegt zu sein. Oft entsteht ein innerer Konflikt: Du wünschst dir Nähe, aber gleichzeitig fürchtest du, Freiheit zu verlieren.
Beispiel: Dein Partner schlägt vor, gemeinsam in eine Wohnung zu ziehen. Du zögerst – nicht, weil du keine Gefühle hast, sondern weil die Entscheidung sich endgültig anfühlt.
Nein. Sowohl FOMO als auch FOBI sind keine Störungen, sondern ganz normale Ausdrucksformen menschlicher Bedürfnisse. Studien zur Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan, 2000) zeigen, dass Menschen sowohl Autonomie als auch Verbundenheit brauchen. Diese scheinbar gegensätzlichen Bedürfnisse schwanken je nach Lebensphase und Situation.
FOMO weist auf das Bedürfnis nach Erlebnis und Abwechslung hin, FOBI auf das Bedürfnis nach Sicherheit und Eigenraum. Beides ist wichtig – und darf sich verändern.
Um FOMO in Beziehungen zu überwinden, braucht es Bewusstsein und konkrete Schritte.
FOBI geht oft mit Bindungsangst oder Entscheidungsschwierigkeiten einher. Folgende Strategien unterstützen:
Ja – indem ihr Ängste nicht tabuisiert, sondern als Signale versteht. Der Schlüssel liegt darin, Bedürfnisse offen auszusprechen und nach Kompromissen zu suchen. Ein Beispiel: Wenn einer von euch Abenteuer sucht und der andere Ruhe, könnt ihr Wochenenden abwechselnd gestalten.
FOMO und FOBI sind keine Defekte, sondern Wegweiser. Sie erinnern euch daran, dass Nähe und Freiheit, Sicherheit und Abenteuer gleichermaßen wichtig sind. Der Kern liegt darin, Ängste nicht zu verdrängen, sondern sie als Chance zu nutzen, eure Beziehung bewusst zu gestalten.
FOMO und FOBI sind normal – entscheidend ist, wie ihr gemeinsam damit umgeht.
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Quellenangaben
Baumeister, R. F., & Leary, M. R. (1995). The need to belong: Desire for interpersonal attachments as a fundamental human motivation. Psychological Bulletin, 117(3), 497–529. – LINK
Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). Self-determination theory and the facilitation of intrinsic motivation, social development, and well-being. American Psychologist, 55(1), 68–78. LINK
Emmons, R. A., & McCullough, M. E. (2003). Counting blessings versus burdens: An experimental investigation of gratitude and subjective well-being in daily life. Journal of Personality and Social Psychology, 84(2), 377–389. LINK
Gottman, J., & Silver, N. (1999). The Seven Principles for Making Marriage Work. New York: Crown Publishing. LINK
Kategorien:
Allgemein, Paartherapie