
8. November 2025
Ihr wollt eine gute Familie sein.
Ihr liebt eure Kinder.
Ihr liebt euch als Paar.
Ihr gebt euer Bestes — jeden einzelnen Tag.
Ihr tragt, haltet, organisiert, beruhigt, plant, denkt voraus.
Und oft sagt ihr euch still:
„Wir machen das gerne. Das ist unsere Familie. Natürlich schaffen wir das.“
Und doch gibt es Abende, an denen einfach nichts mehr übrig ist.
Momente, in denen die Nerven dünn sind.
In denen ihr euch selbst kaum wiedererkennt.
In denen der Gedanke an Nähe — Gespräch, Zuwendung, Berührung — nicht nach Wärme klingt,
sondern nach noch einer Sache, die ihr leisten müsst.
Das kann verunsichern.
Weil ihr euch doch liebt.
Weil ihr wisst, wie wichtig eure Beziehung ist.
Weil ihr euch eigentlich nah sein wollt.
Und genau hier liegt der Punkt:
Liebe allein reicht nicht, wenn die Energie fehlt.
Liebe sollte ausreichen, um Nähe, Sexualität, Humor, Offenheit und Verbindung lebendig zu halten.
Aber: Obwohl ihr all das wollt, bei Erschöpfung scheitert es meistens am „Können“.
Und „können“ braucht Energie.
Viele Eltern erleben genau diesen Widerspruch:
Und trotzdem fühlt ihr euch manchmal leer, gereizt oder innerlich abwesend.
Das ist kein Zeichen dafür, dass mit eurer Beziehung etwas nicht stimmt.
Das ist ein Zeichen dafür, dass ihr erschöpft seid.
Das ist kein Beziehungsproblem.
Das ist ein Erholungsproblem.
Das Nervensystem von Eltern läuft oft dauerhaft auf „An“.
Schlafmangel, Reizüberflutung, mentale Last, Verantwortung, Zeitdruck — all das verbraucht Energie.
Wenn unser System im „Überleben-Modus“ läuft,
hat es kaum Zugang zu:
Es ist kein fehlender Wille.
Es ist ein erschöpftes Nervensystem.
Paare verwechseln dann schnell:
Dabei könnte die Realität lauten:
Ihr seid einfach erschöpft.
Und Erschöpfung macht Nähe schwer.
Zweisamkeit ist keine Zusatzaufgabe.
Sie ist eine Quelle von Stabilität.
Nicht: „Erst wenn alles erledigt ist, dürfen wir uns Zeit nehmen.“
Sondern:
Zeit für uns ist Teil des Auftankens.
5 Minuten gewusst atmen.
30 Sekunden Umarmung.
Ein „Ich sehe dich“ im Vorbeigehen.
Kleine Dinge, aber verbindend.
Nicht: „Du gibst dir keine Mühe.“
Sondern:
„Ich sehe, wie viel du trägst. Was brauchen wir gerade beide?“
Die Frage ist nicht: Wie können wir wieder „mehr“ in die Beziehung investieren?
Sondern:
Wie können wir wieder Zugang zueinander finden — indem wir beide auftanken dürfen?
Denn:
Erholung ist kein Egoismus.
Erholung ist wichtig für euch und eure Beziehung.
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Allgemein, Paartherapie