Abwertung am Arbeitsplatz

14. August 2025

Abwertung am Arbeitsplatz – warum wir aufhören müssen, übereinander zu reden

Abwertung am Arbeitsplatz wirkt wie schleichendes Gift: Sie schwächt Vertrauen, hemmt Zusammenarbeit und blockiert Innovation. Erfahre, wie ihr Abwertung erkennt, stoppt und durch wertschätzende Kommunikation ein starkes, vertrauensvolles Team aufbaut.


Neulich habe ich ein Interview mit der Sängerin P!nk gesehen. Sie wurde gefragt, was sie von Madonnas Gesicht hält.
Ihre Antwort war direkt:

„Wir sollten nicht über Madonnas Gesicht reden. Wir sollten darüber reden, was diese Frau für uns alle getan hat, die nach ihr kamen.“

Dieser Satz trifft ins Schwarze: Wir urteilen und kommentieren oft vorschnell – und übersehen, wie sehr dieses Verhalten Beziehungen belastet. Das passiert nicht nur in den Medien, sondern täglich am Arbeitsplatz.


Wie zeigt sich Abwertung am Arbeitsplatz?

Abwertung kann laut und direkt sein – oder leise und subtil. Typische Formen:

    • Sarkastische Kommentare im Meeting
    • Lachen auf Kosten einer Person
    • „Gut gemeinte“ Bemerkungen, die Zweifel säen („Ich hoffe, sie übernimmt sich nicht…“)
    • Gerüchte oder Lästern in der Kaffeeküche

    Oft wird Abwertung als Scherz oder Fürsorge getarnt – und genau das macht sie so gefährlich.


    Warum Abwertung am Arbeitsplatz so schädlich ist

    1. Leistung & Vertrauen sinken
    Duffy et al. (2002) zeigen: Wer sich im Job abgewertet fühlt, ist weniger zufrieden, weniger loyal und weniger produktiv.

    2. Frauen werden oft gegeneinander ausgespielt
    Das „Queen-Bee-Syndrom“ (Derks et al., 2016) beschreibt, wie Frauen in Führungspositionen unbewusst strenger über andere Frauen urteilen, um sich anzupassen.

    3. Psychologische Sicherheit verschwindet
    Googles „Project Aristotle“ fand heraus: Das wichtigste Fundament für erfolgreiche Teams ist psychologische Sicherheit – und Abwertung zerstört genau dieses Vertrauen.

    4. Abwertung tarnt sich als Sorge
    The Times (2025) beschreibt, wie manche Kritik als besorgte Bemerkung verpackt wird – und so subtil das Vertrauen in andere untergräbt.


    Die Folgen für Teams und Organisationen

    • Weniger Vertrauen, mehr Kontrolle – Mikromanagement nimmt zu
    • Mehr Burnout, weniger Kreativität – die Innovationsfähigkeit sinkt
    • Fehler werden verschwiegen – Lernen aus Erfahrungen wird blockiert

    Kurz gesagt: Abwertung ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Risiko für Zusammenarbeit und Unternehmenserfolg.


    Was tun bei Abwertung am Arbeitsplatz?

    1. Sprecht Abwertung früh an
    Ignorieren normalisiert das Verhalten.

    2. Definiert klare Kommunikationsnormen
    Legt gemeinsam fest, wie Feedback gegeben wird – und was nicht akzeptabel ist.

    3. Nutzt „Ich-Botschaften“
    Sagt „Ich empfinde das als respektlos“ statt „Du bist respektlos“.

    4. Fördert eine Feedbackkultur
    Regelmäßige, wertschätzende Rückmeldungen reduzieren abwertende Nebensätze.

    5. Führungskräfte als Vorbilder
    Leitende müssen Abwertung klar benennen und unterbinden.

    6. Holt externe Unterstützung
    Coaching und Kommunikationstrainings helfen, Muster zu erkennen und zu verändern.


    Wie Coaching gegen Abwertung wirkt

    Im Coaching entsteht ein sicherer Raum, in dem

    • verdeckte Dynamiken sichtbar werden
    • Kommunikationsmuster analysiert werden
    • Führungskräfte lernen, wertschätzend zu intervenieren
    • Teams neue Formen der Zusammenarbeit erproben können

    Unternehmen, die Coaching gezielt gegen Abwertung einsetzen, berichten oft schon nach wenigen Monaten von höherem Vertrauen, weniger Konflikten und mehr Kreativität.


    Fazit: Wertschätzung statt Abwertung

    Abwertung am Arbeitsplatz ist ein leiser, aber mächtiger Beziehungskiller. Wer sie erkennt und aktiv stoppt, schützt nicht nur das Betriebsklima, sondern stärkt Leistung und Bindung im Team.
    Wertschätzende Kommunikation ist kein „Soft Skill“ – sie ist ein strategischer Erfolgsfaktor.


    Weiterführende Informationen:

    Coaching online oder in Stuttgart

    Business Coaching

    Social Media: 

    Instagram

    LinkedIn


    Quellenangaben zu Studien:

    Google’s Project Aristotle – Guide: Understand team effectiveness (psychological safety). Google re:Work.

    Duffy, M.K., Ganster, D.C. & Pagon, M. (2002). Social undermining in the workplaceAcademy of Management Journal, 45(2), 331–351. [DOI-Link] Scholar Commons+8Experts@Minnesota+8SCIRP+8

    Derks, B., van Laar, C. & Ellemers, N. (2016). The queen‑bee phenomenon: Why women leaders distance themselves from junior women. The Leadership Quarterly, 27(3), 456–469.  DOI+6DOI+6DOI+6

    Baumeister, R.F., Bratslavsky, E., Finkenauer, C. & Vohs, K.D. (2001). Bad Is Stronger Than Good. Review of General Psychology, 5(4), 323–370. SCIRP+8Experts@Minnesota+8SCIRP+8


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